Die innere Gefängnismauer
"Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zuläßt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für ihn keine Geborgenheit. Solange er fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich selbst noch andere erkennen - er wird allein sein.
Wo können wir einen solchen
Spiegel finden, wenn nicht in unserem Nächsten? Hier in der Gemeinschaft kann
ein Mensch erst richtig klar über sich werden und sich nicht mehr als Riesen
seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen, sondern als Mensch, der - Teil
eines Ganzen - zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet. In solchem Boden können wir
Wurzeln schlagen und wachsen; nicht mehr allein - wie im Tod -, sondern lebendig
als Mensch unter Menschen."
Richard Beauvais über Selbsthilfegruppen